Die anspruchsvolle Strecke im slowenischen Lucine forderte in diesem Jahr erneut die Piloten. Nach vielen Unterbrechungen aufgrund technischer Gebrechen oder Unfälle zog sich sowohl das Training als auch das Rennen ordentlich in die Länge. So konnte der 3. Rennlauf erst zum 19.30 (!) für beendet erklärt werden, wobei auf diesen bereits einige Piloten, welche nur im FIA Hillclimb Cup an den Start gingen, verzichteten. Das man sich zwischen den einzelnen Rennläufen dann noch Pausen gönnte, war da natürlich nicht gerade förderlich.

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Sportlich bekamen die trotz der hohen Temperaturen über der 30°C Marke zahlreich erschienen Zuseher einiges geboten. Der Franzose Sebastien Petit war erstmals in Lucine mit von der Partie und zeigte sich von der anspruchsvollen und selektiven Strecke begeisterte. Nachdem er bereits am Trainingstag unter der alten Rekordmarke blieb, legte er im 1. Rennlauf mit seinem Norma M20FC Mugen nochmals nach. Mit seiner Laufzeit verbesserte er den Streckenrekord gleich um 3sec., womit er den Grundstein für den Gesamtsieg bei diesem Rennen legte. Auch in den weiteren Rennläufen blieb er unter der alten Rekordmarke aus dem Vorjahr, an seine erste Laufzeit kam er aber nicht mehr heran. Auf dem zweiten Gesamtrang folgte im „totalen Gesamtklassement“, wo alle 3 Rennläufe berücksichtigt wurden, der Kärntner Hermann Waldy jun. mit seinem Tatuus Formel Master S2000. Dieser lieferte er in Lucine eine weitere eindrucksvolle Performance in dieser Saison ab, welche am Ende des Wochenendes mit diesem großartigen Erfolg belohnt wurde. Damit konnte er auch die Gruppe D, E2-SS für sich entscheiden und somit für die Meisterschaft wichtige Punkte realisieren, wobei er sich gegen die starke Konkurrenz vor allem aus Italien durchsetzen konnte. Das Podium Gesamt komplettierte bereits der erste italienische Gast in Lucine mit Mirko Venturato, der mit seinem Gloria C8F Evo eine hervorragende Vorstellung ablieferte und am Renntag mit beeindruckenden Zeiten zu überzeugen vermochte. Am Ende fehlten ihm auf den Tatuus Master Piloten nach drei gewerteten Rennläufen 3,5sec., wobei zum Glück ein Leitplankenkontakt im 3. Trainingslauf keinen allzu großen Schaden am Boliden hinterließ und dieser vor Ort erfolgreich repariert werden konnte. Rang Vier im Gesamtklassement ging nach Niederösterreich an Andreas Stollnberger, der mit seinem Dallara F302 am Renntag eine ausgezeichnete Vorstellung ablieferte. Nachdem man im Training noch mit der Technik haderte und im letzten Lauf am Samstag auch noch einen Dreher fabrizierte, konnte man sich am Sonntag deutlich steigern. Damit konnte man sich am Ende den starken dritten Rang in der Gruppe D, E2-SS sichern.

Anders sah das Gesamtklassement in Lucine für den FIA Hillclimb Cup aus, wo nur die schnellsten zwei Rennläufe in die Wertung kamen. Da der 3. Rennlauf erst um knapp nach 17.00 Uhr gestartet wurde, verzichteten einige Fahrer auf diesen. Unter anderem der Tscheche Vaclav Janik, der mit seinem Norma M20FC Turbo Gesamt den zweiten Rang hinter dem siegreichen Sebastien Petit belegte. Mit einer exzellenten Vorstellung konnte er sich mit dem spektakulären Boliden grandios in Szene setzen und dabei ausgezeichnete Zeiten erreichen. Der Lohn war auch der zweite Rang in der Gruppe E2-SC, womit man für die Meisterschaft weitere wichtige Punkte fixieren konnte. Aber auch der schnellste Tourenwagenpilot, Karl Schagerl mit seinem VW Golf Rallye TFSI-R, hat in dieser Wertung den fünften Gesamtrang belegt. Gesamt ging bei den Tourenwagen im Zuge des FIA Hillclimb Cup Rang Zwei an den Tschechen Karel Trneny, der mit seinem Skoda Fabia R5 DTRi ebenfalls auf den dritten Rennlauf verzichtete. Dabei konnte er mit einer tollen Performance überzeugen und am Renntag mit exzellenten Zeiten glänzen. Nach einem eher verhaltenen Training konnte er sich mit dem Boliden, welchen in der slowakischen Meisterschaft Igor Drotar einsetzt, am Renntag entscheidend steigern und so dieses großartige Resultat einfahren. Damit machte er auch einen großen Schritt Richtung ersten Titel im FIA Hillclimb Cup.

BERICHT: Peter Schabernack