Bei frühsommerlichen Temperaturen ging das diesjährige Rechbergrennen in der Steiermark über die Bühne. Dabei sorgte ein international hochkarätiges Fahrerfeld für Bergrennsport der Extraklasse beim einzigen Berg Europameisterschaftslauf in Österreich. Das sorgte auch dafür, dass die Zuseher sehr zahlreich an die Strecke kamen und für eine atemberaubende Stimmung entlang der knapp über 5km langen Strecke sorgten. Trotz vieler Unterbrechungen konnte man sowohl am Samstag als auch am Sonntag die Läufe so halbwegs im Zeitplan über die Bühne bringen, wobei die Rennleiter doch sehr professionell agierten. Dass das Rennen im Laufe des Wochenendes zu einer “Materialschlacht” wurde, trübte hingegen beim echten Fan ein wenig die Stimmung.

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Sportlich gesehen drückte von Anfang an der Südtiroler Christian Merli dem Rechbergrennen 2018 seinen Stempel auf. Bereits im Training stellte er in beeindruckender Art und Weise klar, dass er unbedingt den 3. Gesamtsieg in Folge einfahren möchte. Mit grandiosen Zeiten in den Rennläufen konnte er mit seinem Osella FA30 Zytek Evo schlussendlich mit einer hervorragenden Performance sich den Gesamtsieg am Rechberg sichern. Dass er dabei an den Streckenrekord aus dem Vorjahr nicht herankam, spielte am Ende keine Rolle da keiner mit seinen gefahrenen Zeiten mithalten konnte. Auf dem zweiten Rang folgte mit über 6sec. Rückstand der Italiener Simone Faggioli im Norma M20FC Zytek, der eine ebenfalls exzellente Vorstellung ablieferte. Jedoch kam der amtierende Berg Europameister mit seinem Boliden an die Zeiten seines Konkurrenten nicht heran. Mit diesem Ergebnis konnte er sich jedoch trotzdem den Sieg in der Klasse E2-SC sichern. Das Podium komplettierte beim diesjährigen Rechbergrennen der Schweizer Marcel Steiner mit seinem spektakulären LobArt LA01 Mugen, welchen er erstmals bei diesem Rennen an den Start brachte. Dabei konnte er mit zwei gleichmäßigen Zeiten unter der 2min. Schallmauer für Furore sorgen und sich hervorragend in Szene setzen. Vor allem seine beherzte Fahrweise begeisterte dabei die Zuseher entlang der Strecke. Mit einem Rückstand von knapp 1,7sec. ging der vierte Rang an den Vorarlberger Christoph Lampert, der eine ebenfalls beeindruckende Performance mit seinem Osella FA30 Zytek ablieferte. Bei seinem erst zweiten Rennen mit diesem wunderschönen Boliden konnte er sich exzellent in Szene setzen und am Rechberg für Furore sorgen. Das wurde auch mit dem hervorragenden zweiten Rang in der Klasse D, E2-SS hinter dem italienischen Gesamtsieger belohnt, wobei ihm im 2. Rennlauf erstmals der Sprung unter die 2min. Schallmauer gelang.

Die Top10 im Gesamtklassement sicherte sich der Tourenwagengesamtsieger mit Karl Schagerl (Foto). Jedoch war es für ihn ein Erfolg mit Bauchschmerzen, denn im 2. Rennlauf kam er auf einer Ölspur im Zielbereich von der Strecke ab. Dabei krachte er mit Highspeed gegen die Zeitnehmung und anschließend über eine Wiese hinunter, was vor allem die Carbonanbauteile an seinem VW Golf Rallye TFSI-R arg in Mitleidenschaft zog. Trotzdem war man am Ende froh, hätte doch der Abflug weitaus schlimmer ausgehen können. Das man dabei bereits im 1. Rennlauf den eigenen E1 Tourenwagenrekord um über 2sec. unterbieten konnte wurde danach fast zur Nebensache. Auf dem zweiten Tourenwagengesamtrang folgte nach einem wahren Rennkrimi der Tscheche Marek Rybnicek, der mit einer tollen Performance am Steuer seines neuaufgebauten Ford Fiesta WRC Evo beeindrucken konnte und dabei mit seiner spektakulären Fahrweise begeisterte. Der Lohn dafür war auch der Sieg in der Gruppe E2-SH. Mit einem minimalen Rückstand von 0,18sec. ging der dritte Rang an seinen tschechischen Landsmann Veroslav Cvrcek im neuen Skoda Fabia RS2000, der mit seiner beherzten Fahrweise die Zuseher entlang der Strecke begeisterte und mit großartigen Zeiten überzeugen konnte. Dabei konnte er schließlich auch die E1-FIA Gruppe knapp für sich entscheiden. Rang Vier Gesamt ging an den schnellen Slowaken Igor Drotar, der mit seinem brachialen Skoda Fabia RS5 eine ebenfalls exzellente Vorstellung ablieferte und am Ende nur 0,4sec. zurücklag. Dabei verlor er jedoch im 2. Rennlauf ein wenig Zeit, denn im 1. Rennheat konnte er mit 2:12min. die schnellste Zeit hinter Karl Schagerl markieren. BERICHT – Peter Schabernack !